In Arbeit / Planung

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Neue Koproduktion mit dem fringe ensemble.

Vom Paradies

Ein stürmischer Abend

Kaum eine Metapher wird in Politik und Gesellschaft und natürlich in der Kunst so oft verwendet wie die Metapher des Sturms.

Der Sturm verführt, rührt auf, vertreibt, erregt, reinigt, wütet, überfällt, vergewaltigt, erlöst, gibt Schwung, ermahnt, verändert, wiegelt auf, bringt durcheinander, verängstigt, befreit. Ist laut. Verebbt.

Wir nehmen das Bild des Sturms auf. Wie erinnern uns an den Sturm der Flüchtlinge. Der Sturm auf den Reichstag löst Entsetzen aus. Victor Orban läuft Sturm gegen Aufnahmequoten. Frauen laufen Sturm gegen Lukaschenko. Experten sehen uns mitten im Sturm der Pandemie. Die QAnon-Bewegung erklärt, der Sturm vor der „Großen Erweckung“ stehe bevor. Der Sturm auf Mekka gilt als die Geburtsstunde des islamistischen Terrors. Wir erinnern uns an Goebbels Sturmbeschwörung 1944 („Nun Volk steh auf und Sturm brich los!“). Wir erinnern uns an den Sturm auf die Stasi-Zentrale in Berlin 1990. Steve Bannon zeigt in einem seiner Filme ein Stoppschild, das heftig im Sturm wackelt. Anselm Grün fordert Rituale, um den Menschen genügend Kraft gegen die Stürme der Zeit zu geben. Am Ende steht der göttliche Sturm, der die Menschheit heimsucht.

Wir leben in stürmischen Zeiten. Nicht nur wegen eines Virus. Europa ist in Aufruhr wegen offen autokratischer Regierungen in Polen, Ungarn, der Türkei, wegen bürgerkriegsähnlicher Zustände in Weißrussland, offenem Krieg in Armenien und Aserbaidschan, wegen des seit 5 Jahren ungelösten Flüchtlingsproblems, wegen unkalkulierbarer Chinesen und Russen, wegen der uns überwältigenden Klimakatastrophe, wegen zunehmender rechtsnationalistischer Strömungen, überhaupt wegen des dünnen Brettes auf dem demokratische Grundprinzipien zu stehen scheinen, ganz generell wegen des Blickes in die Zeitungen, einer Kette von Begebenheiten als „einziger Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft“ (Walter Benjamin)

Premiere im September 2021 im Theater im Ballsaal, Bonn.

Mit: Julia Goldberg / Nicole Kersten / Konstantin Lindhorst / Harald Redmer / N.N.

Regie: Frank Heuel

Dramaturgie: Claudia Grönemeyer / Harald Redmer

Raum / Ausstattung: Annika Ley

Musikalische Leitung: Helmut Buntjer

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….weil der Weg zum Kopf durch das Herz geöffnet werden muss…

Projekt zum Thema PATHOS

Recherche-Arbeit im Rahmen der Stipendienförderung des Landes NRW

Mich interessiert und leitet die Kraft der Rührung, das Potenzial des Berührtwerdens durch die verschiedenen Erscheinungsformen des Pathos, sei es in der bildenden Kunst, der Rede, der Theaterperformance und vor allem der Musik. Konkret bin ich in der Arbeit mehr an der musikalischen Seite „hängengeblieben“. Dies liegt nahe, wenn man ausschließlich digital arbeiten kann. Es gibt diese überbordende Fülle an Material auf YouTube. Konsequent habe ich mich ausschließlich auf Live-Material konzentriert.

Ich mag den Begriff Zettelkasten. Er beschreibt den Stand der Arbeit. Es gibt eine Menge an gesammeltem Material zum Thema. Einen Versuch einer ersten Ordnung habe ich mit einem 15-minütigen Video unternommen.

Es gibt einen kleinen Überblick über Teile des gesammelten Materials, das ich in den letzten Monaten gesichtet und z.T. bearbeitet habe. Der Schwerpunkt liegt auf der Musik.

Der Zettelkasten im Videoformat ist unter folgendem Link abrufbar: https://vimeo.com/542277574 Kennwort: Pathosformel. Das Video darf nicht heruntergeladen werden, ist nur zur Ansicht.